Piostufe

Kinder von 14 bis 17 Jahren

Persönlichkeit:
Die Jugendlichen im Alter der Piostufe wandeln sich vom abhängigen Kind zum eigenständigen Erwachsenen. Die Pubertät
ist die Phase dieses Übergangs, in der die eigene Identität und der Platz in der Gesellschaft gesucht wird und die schliesslich
zu emotionaler Reife führt. Es werden richtungsweisende Entscheide für die zukünftige Ausbildung getroff en. Sie können
Verantwortung für sich und ihre Gruppe übernehmen und testen die eigenen Stärken und Schwächen. Das Gefahrenbewusstsein
ist ausgebildet und sie erkennen Gefahren, wenn sie diese auch manchmal aus Übermut unterschätzen.
Jugendliche wollen als eigenständige Personen anerkannt werden und sich ihre Räume selbständig gestalten. Sie beginnen
sich Freizeitjobs zu suchen, um eine gewisse fi nanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Sie probieren Neues aus und
provozieren, dabei übertreten sie auch die Normen der Gesellschaft. Diese Erfahrungen aber auch die Grenzen sind wichtig
zum Aufbau der eigenen Identität. Dazu gehören auch Diskussionen, Idealismus, unrealistische Ziele, Identitätskrisen und
nicht zuletzt grosses Interesse am anderen Geschlecht.

 

Körper:
Jugendliche erleben die Entwicklung des Kinderkörpers zum Erwachsenenkörper. Die Wahrnehmung ihres Körpers ändert sich.
Sinnliche, aufwühlende, romantische und sexuelle Erfahrungen werden möglich. Dabei ist aber die Kenntnis der Sexualität noch
mangelhaft und es kann zu frustrierenden Unterschieden zwischen den eigenen Vorstellungen und der Realität kommen. Manchmal
stiftet die noch nicht gefundene sexuelle Orientierung zusätzliche Verwirrung. Sie beginnen sich intensiv mit ihrem Aussehen,
ihrer Wirkung, die sie auf andere haben können und ihren körperlichen Möglichkeiten zu beschäftigen. Die Proportionen und
die Kraft des Körpers verändert sich, sie müssen lernen, sich in einem Frauen- bzw. Männerkörper zurechtzufi nden. Deshalb
erleben die Jugendlichen ihren Körper bei Spiel und Sport neu, suchen dessen Grenze und verfeinern ihre Motorik. Dabei sind die
Bedürfnisse der jungen Frauen und Männer oft sehr unterschiedlich.

 

Mitmenschen:

Jugendliche lösen sich von der Familie und dem gewohnten Umfeld und werden unabhängiger. Beziehungen zu Gleichaltrigen
sind wichtig und die Jugendlichen bilden Gruppen/Cliquen mit eigenen Regeln. Freundschaften bekommen eine tiefe Dimension
und werden vor allem mit Personen des eigenen Geschlechts geschlossen. Der Beginn einer Lehre oder einer anderen Ausbildung
und neue Bekanntschaften können zu einer Erweiterung des Freundeskreises führen.
Bei Cliquen handelt es sich um Übungsgruppen, in denen die Wirkung der eigenen Person auf andere ausprobiert und
angepasst werden kann. Oft werden andere, die nicht zur eigenen Gruppe gehören, abgelehnt. Dies dient dem Aufbau des
Zusammengehörigkeitsgefühls und den persönlichen Haltungen. Deshalb sind Freiräume für ihre Gruppenaktivitäten sehr wichtig
aber auch Erwachsene, mit denen man diskutieren kann. Denn für die Entwicklung sind die Auseinandersetzung mit Grenzen und
Regeln genauso wichtig, wie das Erleben von Freiräumen.

 

Umwelt:

Die Jugendlichen üben und verfeinern ihre intellektuellen, handwerklichen und musischen Fähigkeiten. Sie interessieren sich
für andere Länder und Kulturen und suchen nach neuen Erfahrungen. Sie haben Ideen für Projekte und können diese auch planen
und realisieren. Das lokale und weltweite Geschehen interessiert sie und in Diskussionen setzen sie sich mit verschiedenen
Blickwinkeln auseinander und bilden sich ihre eigene Meinung. Oft interessieren sich die Jugendlichen für unterschiedlichste
Aspekte von Umweltfragen.

 

Spiritualität:

Die Jugendlichen machen sich Gedanken über Werte, das Ziel und den Sinn des Lebens. Sie beginnen im Rahmen ihrer
Wertvorstellungen ihre Ideale umzusetzen. In diesem Alter haben Jugendliche oft übertrieben idealistische Vorstellungen,
das ist notwendig, um die eigenen Sichtweisen und Werte zu entwickeln. Jugendliche beginnen sich mit spirituellen Fragen zu
beschäftigen und können sich fundierte Gedanken zu Ethik und Gott machen. Die Werte der Erwachsenen werden oft abgelehnt
und in Frage gestellt, das erlaubt den Jugendlichen den Aufbau ihrer eigenen Einstellungen.

 

Beziehungen der Piostufe

  • Die Beziehung zur Persönlichkeit: selbstbewusst und selbstkritisch sein
    Die Jugendlichen...
    • können ihre eigene Meinung bilden.
    • sammeln Informationen und Ideen für ihr berufliches und privates Leben.
    • denken über sich selbst nach, hinterfragen ihr eigenes Tun und setzen sich persönliche Ziele.
    • setzten ihre Stärken ein und arbeiten an ihren Schwächen.
    • übernehmen die Verantwortung für ihr Handeln.

     

  • Die Beziehung zum Körper: sich annehmen und sich ausdrücken
    Die Jugendlichen...
    • kennen die Bedürfnisse ihres Körpers und wissen, wie sie damit umgehen müssen.
    • haben Freude an körperlichen Herausforderungen.
    • anerkennen den Wert von Gesundheit.
    • setzen ihren Körper verstärkt als Ausdrucksmittel ein.

     

  • Die Beziehung zu den Mitmenschen: anderen begegnen und sie respektieren
    Die Jugendlichen...
    • setzen sich aktiv für andere Menschen ein.
    • arbeiten erfolgreich im Team und treffen Entscheidungen innerhalb der demokratischen Spielregeln.
    • beschäftigen sich mit Menschen aus anderen Kulturen und anderen sozialen Milieus.
    • nehmen am internationalen Pfadileben teil, schliessen internationale Freundschaften und lernen dabei, tolerant gegenüber anderen Kulturen und Lebensformen zu sein.

     

  • Die Beziehung zur Welt: kreativ sein und umweltbewusst handeln
    Die Jugendlichen...
    • erkennen die Auswirkungen der Konsumhaltung unserer Gesellschaft.
    • nehmen bewusst ihre Einflussmöglichkeiten auf die Umwelt wahr und setzen sich für ihren Schutz ein.
    • entwickeln die eigenen kreativen Fähigkeiten weiter und setzen sie produktiv für die Gemeinschaft ein.

     

  • Die spirituelle Beziehung:offen sein und nachdenken
    Die Jugendlichen...
    • setzen sich mit verschiedenen moralischen und spirituellen Werten und den Grundlagen der Pfadibewegung auseinander.
    • hinterfragen ihre Prinzipien und entwickeln ihre eigenen Wertemassstäbe.
    • haben Ideale und setzten sich ein, um diese zu erreichen.
    • bemühen sich um eine positive Lebenseinstellung und lassen andere daran teilhaben.

     

Methoden der Piostufe

  • Spielen: Spiele helfen in dieser Altersstufe besonders, Strategien zu entwickeln, die ins Alltagsleben umgesetzt werden können.
    Spiele geben die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, Situationen durchzuspielen, ohne dass es gleich «ernst» wird. Beim Spielen können darüber hinaus alle fünf Sinne bewusst eingesetzt werden.

 

 

  • Leben in der Gruppe: Die Drittstüfler organisieren sich in Equipen mit freier, veränderlicher Aufgabenteilung, das heisst,
    dass je nach Bedarf die Aufgaben
    untereinander verteilt werden. Die Equipe ist eine Gemeinschaft gleichberechtigter Mitglieder;
    ihre ideale Grösse liegt zwischen 5 und 10 Mitgliedern.

 

 

  • Persönlicher Fortschritt: Auf der Piostufe ist der Persönliche Fortschritt stark an Erlebnisse mit der Equipe gebunden. Die
    Equipe plant eigenständig ihre Unternehmungen,
    führt sie durch und wertet sie aus.

 

 

  • Mitbestimmen und Verantwortung tragen: Einer der wichtigsten Bausteine zum Entstehen des Gruppengeistes sind
    gemeinsam ausgesuchte,geplante und durchgeführte Aktivitäten. Die typische Arbeitsform der Piostufe ist die Unternehmung,
    die sich immer in fünf verschiedene Phasen einteilen lässt:
    Ideenfindung, Wahl der Unternehmung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung.

 

 

  • Gesetz und Versprechen: Das Pfadigesetz und das Versprechen lauten gleich wie auf der Pfadi und Roverstufe. Das
    Pfadigesetz ist eine minimale Auswahl von Spielregeln,
    an die sich alle Mitglieder der Pfadibewegung im Umgang mit den Mitmenschen und der Umwelt halten wollen.

 

 

  • Draussen leben: In der Piostufe ist die Natur der Platz, um sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.
    Die Bandbreite reicht von sportlichenAktivitäten über das einfache Leben in einem Lager bis hin zu Einsätzen im Bereich Umweltschutz. Draussen leben heisst auch, auf Menschen zugehen und fremde Kulturen erforschen zu wollen.

 

 

  • Rituale und Traditionen: Rituale und Traditionen helfen bei der Gestaltung des Equipenalltages. Es gibt Traditionen
    und Rituale,die uns am weltweiten Pfadileben teilhaben lassen (Versprechensfeiern, Thinking Day usw.), und solche, die
    vielmehr die Besonderheit der Abteilung und Eigenständigkeit der Equipe hervorheben (Bekleidung, Name und Sprache
     usw.). Beide gehören zum Pfadileben.

 

Informationen

Weitere Informationen können sie beim Begleiter Emanuel Rüedi v/o Spruso ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  /  076 319 55 50) einholen.

Media Piostufe

Wollt ihr sehen wie ein Piostufenevent aussehen könnte? Dann Klickt unten auf den Link!

https://www.youtube.com/watch?v=D8YOFz_sH0I