Die Pfaderstufe

Kinder von 10 bis 14 Jahren

Persönlichkeit:
Zwischen 10 und 14 Jahren kommen die Kinder in die Pubertät und werden zu Jugendlichen. Dieser Prozess ist bei jedem Kind anders
und führt dazu, dass die Veränderungen zeitlich sehr unterschiedlich ablaufen können. Das Denken der älteren Kinder und jüngeren
Jugendlichen ist nicht mehr an konkrete Sachverhalte gebunden; sie haben die Fähigkeit, abstraktere Sachverhalte zu verstehen
und verschiedene Möglichkeiten zu entwickeln. Die Kinder und Jugendlichen werden immer fähiger, grössere Verantwortung für
ihre Handlungen zu übernehmen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, eigene Ideen zu entwickeln und ihre Möglichkeiten realistisch
einzuschätzen. Die Pubertät ist durch grosse Veränderungen gekennzeichnet, die Unsicherheiten auslösen können. Die Kinder
und Jugendlichen vergleichen sich verstärkt mit anderen und beginnen über ihr Verhalten nachzudenken. Die Reaktionen und
Meinungen der Gleichaltrigen werden wichtiger und beeinfl ussen das eigene Selbstverständnis.
In der älteren Kindheit bilden sich bei freier Gruppenwahl meistens geschlechtergetrennte Gruppen. Die Kinder haben aber
adäquate Verhaltensweisen entwickelt, um sich auch in gemischten Gruppen zu bewegen. Mit der Pubertät beginnt eine stärkere
Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht (Gender). Beim Spiel, Sport oder beim gegenseitigen Necken kann Körperkontakt
ermöglicht werden, dadurch können die Kinder und Jugendlichen lernen, körperliche Nähe zuzulassen oder abzulehnen. Eine
theoretische Vorstellung der Sexualität entsteht und wird zum Gesprächsthema, wenn auch stark idealisiert und noch voller
Stereotypen.


Körper:

Die Kinder und Jugendlichen kommen den körperlichen Fähigkeiten von Erwachsenen immer näher. In immer anspruchsvoller
werdenden Aktivitäten bauen sie ihr Körperbewusstsein weiter auf, sie werden geschickter, leistungsfähiger und kräftiger. Ihr
Bewegungsbedürfnis ist gross, sie können sich aber auch längere Zeit auf eine stille Tätigkeit konzentrieren. In der Pubertät
erleben sie körperliche Veränderungen, die sie verunsichern. Durchschnittlich tritt bei Mädchen die Pubertät früher ein als bei
Knaben. Auf Grund dieser Veränderungen muss die Koordinationsfähigkeit und Motorik wieder angepasst und neu geübt werden.
Dies verändert auch das Bedürfniss der Körperpfl ege. Die Jugendlichen nutzen ihren Körper vermehrt als Ausdrucksmittel,
achten auf ihre äussere Erscheinung, dabei reagieren Mädchen und Knaben oft sehr unterschiedlich.


Mitmenschen:
Für Kinder und Jugendliche im Pfadialter ist die Familie der wichtige Rückhalt, tritt aber langsam in den Hintergrund. Die
Autorität Erwachsener wird nicht mehr bedingungslos akzeptiert. Die Kinder und Jugendlichen opponieren häufig gegen diese
Autorität und die ihnen gesetzten Grenzen. Im Laufe der Pubertät lösen sich die Jugendlichen von erwachsenen Vorbildern und
suchen Bindungen zu Gleichaltrigen und neue Vorbilder, denen sie folgen können. Freundinnen und Freunde sind weiterhin
hauptsächlich Personen des eigenen Geschlechts, werden jetzt aber bewusst ausgewählt. Oft werden in der Pubertät andere, die
nicht zur eigenen Gruppe gehören, abgelehnt. Die Möglichkeit eine gewisse Verantwortung zu übernehmen wird grösser, denn ihr
Gefahrenbewusstsein ist ausgebildet. Sie können vorausschauend Gefahren erkennen, aber bei wilden Aktivitäten wird das noch
oft ausgeblendet.


Umwelt:
Ältere Kinder und Jugendliche entwickeln Strategien, ihre nähere und weitere Umgebung zu entdecken. Sie können allgemeine
und abstrakte Probleme immer besser verstehen und konzeptuelle Gedanken nachvollziehen. Sie werden zu immer komplexeren
Aktivitäten und Spielen fähig. Sie erkennen die Wichtigkeit der Natur und sie beginnen zu verstehen, dass ihrer Handlungen
Auswirkung auf die Natur haben. Weil der Interessenshorizont der Kinder grösser wird, kommen neue Ideen dazu; sie wollen
verstehen, wie etwas funktioniert und Gespräche mit anderen werden wichtiger, um sich mit ihren Fragen auseinanderzusetzen.


Spiritualität:
Zwischen 10 und 14 Jahren wird die Haltung gegenüber dem Verhalten und den Werten der Erwachsenen immer kritischer.
Zwar übernehmen die Kinder und Jugendlichen einerseits Haltungen und Werte von ihren Idolen, auch wenn diese Erwachsene
sind, lehnen andererseits aber Haltungen und Werte von anderen Erwachsenen heftig ab. Diese Ablehnung ist wichtig für die
Auseinandersetzungen mit Werten und dem religiösen Glauben und führt zum Aufbau von eigenen Meinungen. Die Kinder und
Jugendlichen beginnen nach dem Sinn des Lebens zu fragen und beschäftigen sich mit möglichen spirituellen oder religiösen
Antworten.

 

Beziehungen der Pfaderstufe

 

  • Die Beziehung zur Persönlichkeit: selbstbewusst und selbstkritisch sein
    In der Pfadistufe fördern wir die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zur Persönlichkeit, indem wir
    ermöglichen, dass sie:

    • ihre Ideen ausdrücken und einbringen können,
    • aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen und die Wahl zu begründen,
    • eine Aufgabe übernehmen und sie bis zum Ende durchführen,
    • das eigene Handeln in der Gruppe kritisch betrachten,
    • eigene Stärken und Schwächen erkennen.

 

  • Die Beziehung zum Körper: sich annehmen und sich ausdrücken
    In der Pfadistufe fördern wir die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zum Körper, in dem wir
    ermöglichen, dass sie:
    • in sportlichen Tätigkeiten die vielfältigen Möglichkeiten ihres Körpers kennenlernen,
    • Erfahrungen in Spielen und Wettkämpfen sammeln und ihre Stärken finden,
    • die altersbedingten Veränderungen ihres Körpers wahrnehmen,
    • ihren Körper als Ausdrucksmittel nutzen.

     

  • Die Beziehung zu den Mitmenschen: anderen begegnen und sie respektieren
    In der Pfadistufe fördern wir die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zu den Mitmenschen, in dem
    wir ermöglichen, dass sie:
    • lernen Regeln aufzustellen und zu einander fair und ehrlich zu sein,
    • Verantwortung innerhalb der Gruppe übernehmen und andere Kinder und Jugendliche unterstützen,
    • offen für Auseinandersetzungen mit anderen Meinungen sind,
    • andere Kulturen und Lebensformen achten,
    • die nationale und internationale Dimension der Pfadibewegung erkennen.

     

  • Die Beziehung zur Welt: kreativ sein und umweltbewusst handeln
    In der Pfadistufe fördern wir die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zur Umwelt, in dem wir
    ermöglichen, dass sie:
    • in der Natur leben und diese schätzen lernen,
    • ihre Umgebung und Umwelt erforschen,
    • ihre Kreativität entwickeln, indem sie Neues herstellen und vielfältige Ausdrucksformen verwenden,
    • ihre Umgebung mitgestalten,
    • zu ihren, den gemeinsamen und den Sachen der anderen Sorge tragen können.

     

  • Die spirituelle Beziehung:offen sein und nachdenken
    In der Pfadistufe fördern wir die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zum Spirituellen, in dem wir
    ermöglichen, dass sie:
    • sich mit den Grundlagen der Pfadibewegung beschäftigen und Traditionen erleben,
    • ruhige und besinnliche Momente erleben und diese schätzen,
    • erfahren, dass ihr Leben einen Wert hat,
    • die Möglichkeit haben, über den eigenen Glauben nachzudenken und über Gott zu sprechen.

Methoden der Pfaderstufe

  • Spielen: In der Pfadistufe ist das Spiel eine Methode, um Neues zu erleben und Wissen zu vermitteln. Die Aktivitäten können in ein übergeordnetes Spiel eingebunden sein, welches sich als Thema über ein
    Quartal erstrecken kann.

 

 

  • Leben in der Gruppe: Das Leben in Fähnli und in Stamm/Trupp, sind das zentrale Element der Aktivitäten der Pfadistufe.
    Das Fähnli ist eine kleine Gemeinschaft, in welcher persönliche Beziehungen aufgebaut und

    Zusammengehörigkeit erlebt werden kann.

 

 

  • Persönlicher Fortschritt: Die Kinder und Jugendlichen haben in der Pfadistufe die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen,
    die anerkannt werden und Schwächen zu erkennen, an denen sie arbeiten können.

 

 

  • Mitbestimmen und Verantwortung tragen: Die Kinder und Jugendlichen werden immer stärker in die Programmgestaltung einbezogen. Beim
    Projekt, einer wichtigen Methode der Pfadistufe, beteiligen sie sich in Planung, Durchführung und

    Auswertung der Aktivität.

 

 

  • Gesetz und Versprechen: Gesetz und Versprechen verbindet alle Mitglieder der Pfadibewegung. In der Pfadistufe lernen die
    Kinder und Jugendlichen diese wichtigen Eckpfeiler kennen.

 

 

  • Draussen leben: Durch das Leben in der Natur bauen die Kinder und Jugendlichen eine Beziehung zu dieser auf. Die
    Erlebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um die Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt zu

    erkennen und zu verstehen.

 

 

  • Rituale und Traditionen: Für Kinder und Jugendliche wird das Besondere des Pfadilebens oft durch Rituale und Traditionen
    sichtbar, welche die Pfadizeit strukturieren, Übergänge sichtbar machen, die Pfadigrundlagen

    weitergeben und eindrückliche Erlebnisse schaffen.


Informationen:

Weitere Informationen können sie beim Stufenleiter Benjamin Grimm v/o Toomai ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  /  052 365 31 58)  oder beim Abteilungsleiter Emanuel Rüedi v/o Spruso ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  /  076 319 55 50) einholen.

Media Pfaderstufe

Wollt ihr sehen wie ein Pfaderstufensola aussehen könnte? Dann Klickt unten auf den Link!

https://www.youtube.com/watch?v=X3a7kPsfLtU