Die Wolfsstufe

Kinder von 6 bis 10 Jahren

Persönlichkeit:
Mit dem Schulleben wird der Alltag der Kinder stärker strukturiert und ihr Handlungsradius wird grösser. Ihr Denken bleibt
weiterhin an konkrete Sachverhalte gebunden, aber die Fähigkeit zum abstrakten Denken der Kinder entwickelt sich weiter und
sie können zunehmend mehrere Aspekte gleichzeitig und unabhängig von der konkreten Situation berücksichtigen. So beginnen
sie zum Beispiel Ereignisse chronologisch zu ordnen. Sie übernehmen gerne die Verantwortung für kleinere Aufgaben und lernen
damit ihre Fähigkeiten einzuschätzen und mit Erfolg bzw. Misserfolg umzugehen. Die Entwicklung des Selbstwertgefühls hängt
stark von positiven Erfahrungen ab und aufrichtiges Lob und Anerkennung sind dafür wichtig. Klare Regeln und Grenzen helfen
den Kindern die Situation überschaubar zu halten. Ihr Gefahrenbewusstsein entwickelt sich und sie können nicht mehr nur die
aktuelle Situation wahrnehmen, sondern beginnen vorausschauend die nächsten Minuten und Schritte zu erfassen.
In diesem Alter wird den Kindern bewusst, dass sich ihr Geschlecht nicht mehr ändern wird. Während vorher das Männer- und
Frauenbild stark idealisiert worden ist, wird die Stereotypisierung realistischer. Die Kinder suchen vor allem den Umgang mit
Kindern des eigenen Geschlechts, haben aber je nach Situation auch Kontakt mit dem anderen Geschlecht. Diese Kontakte haben
keine sexuelle Komponente. Bei freier Gruppenwahl entstehen meistens gleichgeschlechtliche Gruppen.

 

Körper:
Die Kinder haben ihre körperlichen Grundfertigkeiten entwickelt und erleben eine relativ stabile Phase ihres Körpers. Durch
vielfältige Bewegungserfahrungen beim Spielen und Ausprobieren erlangen sie ein diff erenziertes Bewusstsein für ihre
körperlichen Fähigkeiten und ihre Feinmotorik. Deshalb haben die Kinder ein starkes Bewegungsbedürfnis und sind oft wild.
Beim spielerischen Kämpfen lernen sie die Kraft ihres Körpers einzuschätzen. Stille und bewegte Aktivitäten wechseln sich ab, da
sowohl ihre Ausdauer als auch ihre Konzentrationszeit begrenzt sind.

 

Mitmenschen:
In diesem Alter suchen die Kinder Kontakte ausserhalb ihres bisherigen Umfelds. Sie verbringen viel Zeit mit anderen Kindern und
entwickeln Freundschaften, die jetzt zunehmend vom Verständnis für die wirklichen Bedürfnisse des anderen geprägt werden.
Freundinnen und Freunde sind nicht nur Spielpartnerinnen und Spielpartner sondern werden zum Vertrauten, mit dem man
Geheimnisse teilt. Sie sind fähig, Gefühle und Gedanken von anderen Menschen nachzuvollziehen. Die Kinder spielen ihre Rolle
und lernen die Reaktionen auf ihr Verhalten einzuschätzen. Die Spiele haben anfangs vorgegebene Regeln, aber immer öfter
werden eigene Regeln vereinbart und dem Sinn angepasst. Die Autorität der Erwachsenen wird von den Kindern nicht mehr
fraglos akzeptiert, sondern beruht auf persönlicher Bindung und auf Vertrauen zwischen Kindern und Erwachsenen.

 

Umwelt:
In dieser Phase entwickeln die Kinder ihr Weltbild aufgrund ihrer konkreten Erfahrungen. Mit der Zeit interessieren sie sich nicht
mehr ausschliesslich für Sachen, die sie schon erlebt haben, sondern suchen vermehrt auch neue Erfahrungen. Sie erforschen
neue Gegenden und neue Themen und lernen mit der Zeit Fiktion und Realität auseinanderzuhalten. Aber sie tauchen trotzdem
gerne in Fantasiewelten und Geschichten ein und identifizieren sich mit den Hauptpersonen.

 

Spiritualität:
Die Kinder übernehmen Werthaltungen und religiöse Ansichten von ihnen nahestehenden Erwachsenen. Deren Sicht ist
selbstverständlich und gibt Sicherheit. Erwachsene sind für die Kinder Rollenvorbilder, die Kinder beobachten ihre Vorbilder
genau und suchen in deren Verhalten nach Normen und Werten. Die Kinder prüfen nun die Gerechtigkeit von etablierten
Regeln, die im Vorschulalter noch nicht in Frage gestellt wurden. Gleichzeitig entwickeln die Kinder ein Bewusstsein dafür, dass
Missachtung der untereinander vereinbarten Regeln ein Vertrauensbruch ist.

 

Beziehungen der Wolfsstufe

 

  • Die Beziehung zur Persönlichkeit: selbstbewusst und selbstkritisch sein
    Die Kinder entwickeln die Fähigkeit und haben die Möglichkeit...
    • ihre eigene Meinung auszusprechen und anderen zuzuhören.
    • kritisch zu sein und auswählen zu können.
    • selbständig zu sein.
    • auch etwas, das ihnen nicht gefällt, annehmen zu können, ohne dabei die gute Laune zu verlieren.
    • Ihre eigenen Schwächen zu erkennen.
    • sich selbst bestätigen zu können und dadurch Selbstvertrauen zu entwickeln.
    • zu spüren, dass es auch von ihrem Beitrag abhängt, ob etwas verändert werden kann.

 

  • Die Beziehung zum Körper: sich annehmen und sich ausdrücken
    Durch möglichst verschiedene Aktivitäten können die Kinder...
    • ihren Körper kennen lernen und sich mit ihm und allen fünf Sinnen ausdrücken.
    • lernen, ihren Körper gesund zu halten und ihr zu pflegen.
    • ihren Körper bei sportlichen und handwerklichen Betätigungen richtig einsetzen.
    • sich austoben und ihre körperlichen Grenzen erfahren.

     

  • Die Beziehung zu den Mitmenschen: anderen begegnen und sie respektieren
    Die Kinder werden dabei unterstützt...
    • einen Platz in der Gruppe zu finden und ihren Teil zum Gruppenleben beizutragen.
    • Zu wissen, dass die anderen Kinder eigene Fähigkeiten haben und dies zu achten.
    • Auf die Rechte und Bedürfnisse der anderen Rücksicht zu nehmen.
    • In der Gruppe kameradschaftlich zu denken und zu handeln.
    • Regeln anzunehmen und zu beachten.
    • Das Teilen als selbstverständlich zu verstehen.
    • Neugier für andere Kulturen zu entwickeln.

     

  • Die Beziehung zur Welt: kreativ sein und umweltbewusst handeln
    In einem geschützten Raum wird den Kindern ermöglicht...
    • in eine Rolle zu schlüpfen.
    • sich in ihrem Quartier, in ihrem Dorf , in ihrer Stadt und in ihrer Region auszukennen.
    • sich in der Natur wohl zu fühlen, sie zu achten und sie zu schützen.
    • verschiedene Techniken, wie etwas getan werden kann, auszuprobieren und anzuwenden.
    • ihre Kreativität auszuleben.
    • zu lernen, für ihre eigenen Sachen und diejenigen der anderen Sorge zu tragen.

     

  • Die spirituelle Beziehung:offen sein und nachdenken
    Die Kinder werden dazu geführt...
    • die Schönheiten des Lebens zu schätzen und zu lernen und staunen können.
    • freude zu haben und weiterzugeben.
    • sich über die Geheimnisse und Probleme des Lebens Gedanken zu machen.
    • den eigenen Glauben zu erleben.
    • ruhige Momente zu geniessen.
    • traditionen zu leben.

     

Methoden der Wolfstufe

  • Spielen: Auf der Wolfsstufe ist das Spiel das wichtigste Erfahrungsfeld. Im Spiel können die Kinder Alltagssituationen
    nachvollziehen und verarbeiten.

 

 

  • Leben in der Gruppe: In der Gruppe lernen die Kinder, eigeninitiativ zu sein. Sie werden darauf vorbereitet, sich in
    anderen und grösseren Gemeinschaften sicher zu bewegen und selbstbewusst zu handeln.

 

 

  • Persönlicher Fortschritt: In der Wolfsstufe beginnt das Kind seinen Pfadi-Weg zum ganzheitlichen Menschen.
    Die Aufgabe des Leitungsteams ist es, jede einzelne Wölfin und jeden Wolf auf diesem Weg zu begleiten,
    um sie oder
    ihn zu einer gewissen Selbständigkeit zu führen.

 

 

  • Mitbestimmen und Verantwortung tragen: Im kleinen Rahmen ist es möglich, die Kinder auch schon
    in der Wolfsstufe in Entscheidungen einzubeziehen und ihnen Verantwortung zu übergeben.

 

 

  • Gesetz und Versprechen: Im Gesetz werden Spielregeln für das Leben bei den Kindern formuliert. Wölfinnen
    und Wölfe lernen, dass Regeln einen Sinn haben und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft erst ermöglichen.

 

 

  • Draussen leben: Erlebnisse in der Natur bilden eine wichtige Grundlage, um die Zusammenhänge von
    Mensch und Umwelt zu erkennen. Die Natur kennen zu lernen, sie zu beobachten, Veränderungen wahrzunehmen
    und darin zu spielen, ist für das Kind wichtig.

 

 

  • Rituale und Traditionen: Die Rituale und Traditionen helfen den Kindern, sich in die Pfadi einzuleben und sie
    kennen zu lernen. Sie geben ihnen Halt und lassen sie das Zusammengehörigkeitsgefühl spüren.

 

Informationen

Weitere Informationen können sie bei der Stufenleiterin Anja Tschuor v/o Nymphadora ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  /  052 365 31 58)  oder beim Abteilungsleiter Emanuel Rüedi v/o Spruso ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  /  076 319 55 50) einholen.

Media Wolfsstufe

Wollt ihr sehen wie ein Wolfsstufensola aussehen könnte? Dann Klickt unten auf den Link!

https://www.youtube.com/watch?v=mZ37Dg543PQ